80 %
ihrer Zeit halten sich Menschen in Industrieländern durchschnittlich in Innenräumen auf
Zumindest in den eigenen Wänden sollten wir dafür sorgen, dass die Atemluft frei von Staub, Allergenen und Schadstoffen ist.
Heutige Häuser werden – um Energie zu sparen – immer dichter gebaut und umgebaut.
Folgen bei fehlender Frischluftzufuhr können Atemnot, Müdigkeit, Leistungsschwäche, gesundheitliche Anfälligkeit,
Selbstvergiftung etc. sein. Doch welche Faktoren beeinflussen das Raumklima?
Raumtemperatur
19 – 24 °C (individuell unterschiedlich)
Heizsysteme sollten
● möglichst keine Zugerscheinung (kalte Oberflächen) oder Staubentwicklung begünstigen (Heizkörper)
● weder störende Gerüche noch Geräusche verursachen und keinen Elektrosmog verbreiten.
> möglichst keine Stromheizung:
Infrarot, Plattenheizung, elektr. FuBoH haben teilweise hohe magnetische und elektr. Felder. Evtl. hoher Stromverbrauch.
● möglichst als Flächen- bzw. Niedertemperatursysteme ausgeführt werden,
– z. B. Wandflächen- oder Deckenheizung bzw. Klimaelemente
Vorteile: Strahlungswärme wärmt den Körper effektiver als Konvektionswärme (= durch Heizkörper erwärmte Luft)
Höhere Oberflächentemperatur = niedrigere Lufttemperatur = effizienter und wirkt sich positiv auf die Energiebilanz aus.
Weniger Staubbildung und Luftbewegung. Effektiver gg. Kondenswasserbildung (Schimmel)
Fußbodenheizung nicht ganz ideal wg. Pumpeffekt.
Raumkühlung in Verbindung mit Luftwärmepumpe möglich
Luftfeuchtigkeit
● Idealerweise bei 40 – 60%
– bei niedrigeren Temperatur weniger wg. Schimmel (Kondensfeuchtigkeit)
In modernen Wohnungen herrscht eine extrem niedrige Luftfeuchte von 25 – 30 % (im Winter).
Trockene Luft führt u.a. zu Erkältungskrankheiten, Asthma, Kopfschmerzen, Unwohlsein.
– evtl. mit Luftbefeuchtern nachhelfen
– Lehmoberflächen haben eine feuchtigkeitsausgleichende Wirkung
(feuchteres Klima puffern im Altbau)
Elektroklima
● elektr. Wechselfelder durch Stromleitung
– im Bereich des Bettes, Schreibtisch / Arbeitsplatzes die Leitungen und Geräte abschirmen.
– Ruhe- und Sitzplätze in feldfreien Zonen einrichten. Netzfreischalter nutzen
(wenn alle Verbraucher aus sind = Leitungen von Stromnetz getrennt)
– Stromleitung in einzelnen Räumen sternförmig statt ringförmig verlegen.
– Ruhebereiche von Stromverteilern freihalten.
– nicht abgeschirmte Leitungen oder Starkstromleitungen von Backöfen vermeiden.
– statt Wechselstrom Gleichstrom wie bei PV-Anlagen nutzen.
● natürliche Magnetfeldorientierung kann durch Stahl in Beton oder Möbel beeinflusst werden.
● Wellen durch Mobiltelefone, WLAN oder Mikrowellen, Induktionskochfelder
UV-Licht im Wohnraum
● natürliches Licht beeinflusst uns im Wohnbereich. Das über die Augen aufgenommene Tageslicht trägt zur Stabilisierung unseres circadianen Rhythmus (Schlaf- / Wachrhythmus von etwa 24 Std.) und zur Aktivierung des Organismus bei.
Die heute übliche Verglasung reflektiert dieses Licht aber fast vollständig.
– Verbundsicherheitsglas (VSG) nur noch 2 – 4 % Transmission
– normale Fensterverglasung 30 – 40 % Transmission
– neue, massivere Rahmen und Laibungs-Dämmung verkleinern die Fensterfläche
– Außendämmung erhöht “Lichtschachtwirkung”
● Auch Tageslicht ist Solarenergie.
– Fensterflächen nutzen um Innenräume zu wärmen
(2-fach-Verglasung statt 3-fach, wenn solarer Eintrag die Dämmwirkung überwiegt)
● Im Falle von Defiziten die Schaffung zusätzlicher Öffnungsflächen prüfen
● auf hohen Lichttransmissionsgrad achten
● Einbau des Fensters vor der tragenden Wand in die Dämmebene
(vermeidet Wärmebrücken, größere Glasfläche als Rohbauöffnung)
● schlanke Fensterprofile (Holzfenster sind Kunststofffenstern überlegen)
Schallschutz
● Leitungen für Trink- oder Abwasser entkoppeln mit Filz, Kokos oder Kork.
– Auch leise Geräusche können auf Dauer stressen. Gasthermen, Boiler, Heizkörper, Rohre o.ä.
● Verkehrslärm. Gerade in der Stadt.
– lärmende Straßen bei offenem Fenster?
● Schallübertragung innerhalb der Bauteile.
– Raumschall: schallreflektierende Oberflächen vermeiden, dämpfende Materialien (Vorhänge, Lehmwände)
– Körperschall: Masse verringert Schwingung im Bauteil (z. B. Lehmbauplatten im Trockenbau, Schüttung in Fehlböden, Lehmsteine als Masseträger auf Holzdecken)
Raumluftqualität
● Schadstoffe aus Baumaterialien oder Oberflächenbeschichtungen reichern sich in der Raumluft und im Hausstaub an
● Wir brauchen frische, sauerstoffreiche Luft um den Anteil an Kohlendioxid, anderen Schadstoffen oder einen möglichen Radongehalt gering zu halten.
– Durch Luftwechsel mit Wohnraum-Lüftung oder Fenster.
30 – 60 Kubikmeter Frischluftbedarf hat mensch pro Stunde (je nach Tätigkeit)
● Ein durchschnittlicher Raum mit 20 m² und 2,50 mtr Deckenhöhe hat 50 m³.
● Bei 75 m³ / ca. 30 m² und 3 Personen sollte 2x pro Std die Luft ausgetauscht werden
– besser Querlüften als Dauerkippen.
– bei Lüftung über Fenster evtl. Exposition von Stoffen aus Verkehr, Rauchen, Industrie, Landwirtschaft
In manchen Fällen sind daher gut geplante Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung besser, weil sie die Luft regelmäßig austauschen und Schadstoffe oder Staub und Pollen filtern. Dezentrale Geräte arbeiten evtl. wieder mit einer gewissen Geräuschemission. Eine Lüftungsanlage muss aber sehr gut geplant sein.
Ein CO2-Messgerät (CO2 ist ein Indikatorgas) hilft unter Umständen besser einzuschätzen, wann wieder einmal gelüftet werden sollte.
Fazit
Infolge der verbreiteten Verwendung von Kunststoffoberflächen und Kunstharzlacken etc., sowie wegen ungenügender Abschirmung elektrischer Leitungen und Geräte herrscht oft ein gesundheitlich bedenkliches Reizklima (elektrostatische Aufladungen, einseitige Ionisation, elektromagnetische Wechselfelder etc.).
Dazu stehen dann im schlechtesten Fall noch formaldehyd- und isocyanathaltige Spanplattenmöbel auf Vinylböden mit Weichmachern und konservierungsmittelhaltige Dispersions-Wandfarben schmücken die Wände.
Unser Organismus nimmt all diese aufgezählten Belastungen auf. Unser Nervensystem kann diese unnatürlichen Stoffe nicht einordnen. Dadurch wird unterbewusst ein „Teilalarm“ ausgelöst und wir reagieren innerlich angespannt, wissen aber gar nicht warum.
Das führt zu Wohnstress, der die Widerstandsfähigkeit des Immunsystems und Vitalität schwächen kann. Dies ließe sich eindämmen, indem wir uns mehr mit natürlichen Baustoffen umgeben. Holz und Lehm beispielsweise kennen wir als Spezies schon seit hunderttausenden Jahren.
Sie sorgen für ein wohngesundes Umfeld, sehen natürlich schön aus und können auch im modernen Wohnungsbau wunderbar eingesetzt werden.
Versuchen wir also natürliche Materialität wieder mehr wertzuschätzen! Wir versuchen, das nötige Wissen zu vermitteln, damit Sie die richtigen Entscheidungen treffen können. Sprechen Sie uns an!