Pflege-Anleitung für Bodenbeläge

Kein Plan von Boden-Pflege?

 

 

Halb so wild. Ich würde das Thema Pflege und Reinigung in zwei Bereiche aufteilen: Zum einen vorbeugende Schutzmaßnahmen, die für alle Fußböden gelten und zu beachten sind; danach sehen wir uns die Belagsarten bzw. Oberflächenbeschichtungen an. Zu den gängigsten Arten zähle ich Parkett, Holz- und Korkböden (lackiert/geölt), elastische Beläge wie Linoleum, Vinyl- und Gummibeläge und textile Beläge wie Teppichböden, sei es hochflorig oder als Flachgewebe. Am besten aber halten Sie sich an die Pflegeanleitung des Herstellers, die Sie von Ihrem Fachverleger zum fertigen Bodenbelag erhalten (sollten).

 

 

Hier also eine kleine Übersicht einiger Prinzipien der Fußboden-Pflege:

1. Vorbeugende

Schutz-Maßnahmen

für Ihren Boden

  • Ausreichend große Sauberlaufzonen, also Matten oder Rostsysteme mit textilem Anteil, können den Schmutzeintrag bis zu 80% verringern. 4-6 Schrittlängen, also ca. 5 laufende Meter, gelten als ausreichend. Diese Zonen müssen regelmäßig gereinigt werden (saugen, waschen, Hochdruckreiniger etc.). Dadurch gelangen im Idealfall Verschmutzungen gar nicht erst auf die Bodenfläche und übermäßige Reinigungsmaßnahmen werden vermieden. Die Umwelt dankt’s. Bei Matten mit Gummibeschichtung sollte auf hochwertiges Material geachtet werden. Die meisten Beschichtungen von Hartbelägen reagieren nämlich mit unschönen Verfärbungen oder einer angegriffenen Nutzschicht durch chemische Bestandteile im Gummi (Alterungsschutzmittel, Weichmacher). Dies gilt natürlich auch für Gummi- oder Kunststofffüße von Möbeln, Fahrradreifen etc. Verwenden Sie daher helle, nicht färbende Gummiarten, Vinyl oder Polyethylen.
  • Weiterhin sollten für Hartböden nur Möbel- und Stuhlrollen eingesetzt werden, die der Norm DIN EN 12529, Typ W (weich), Doppellenkrollen, entsprechen. Im Stuhlrollenbereich empfiehlt sich der Einsatz einer Schutzmatte, sowohl bei harten als auch textilen Belägen.
  • Um Eindrücke zu vermeiden, werden Auflageflächen schwerer Möbelstücke am besten mit Druckverteilplatten vergrößert. Und gerade bewegliche Möbel sollten mit Schonern oder Möbelgleitern aus Filz o.ä. ausgestattet werden. Um Kratzer zu vermeiden sollten diese regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht werden.
  • Eine regelmäßige, abgestimmte Grundreinigung sorgt für dauerhafte Freude am Boden.
  • Am besten Mittel eines Herstellers verwenden, da diese Produkte aufeinander abgestimmt sind und sich nicht in ihrer Wirkung beeinträchtigen.
  • Helle und unifarbene Bodenbeläge können einen gesteigerten Reinigungsaufwand bedeuten.
  • Je nach Beanspruchung können besonders elastische Beläge nach Fertigstellung der Nutzung angepasst und zusätzlich eingepflegt oder versiegelt werden.

2. Unterhaltsreinigung/Intensivreinigung

Parkett und andere Holzböden

 

Hölzer schwinden und quellen. Das kann bei verschiedenen Holzarten (z. B. Buche) zu etwas größeren Fugen und Schüsselungen führen. Durch Einhaltung eines gesunden Raumklimas kann dem entgegengewirkt werden:

  • 20-22 °C; bei Fußbodenheizung nicht mehr als 28 °C Oberflächentemperatur
  • 35-65 % Luftfeuchtigkeit. Zur Not im Winter zusätzlich befeuchten.

Für die laufende Reinigung (täglich oder wöchentlich – je nach Bedarf) und vor dem Feuchtwischen genügen ein Besen, Mopp oder Staubsauger. Wenn gewischt wird, dann bitte immer „nebelfeucht“, also mit gut ausgedrücktem Tuch oder Mopp. Es empfiehlt sich das 2-Eimersystem: Der durch das Aufwischen verschmutzte Mopp ist im klaren Wasser aus Eimer 2 auszuwaschen. Anschließend den Mopp wieder in Eimer 1 (Mit Pflegemittel/Reiniger) tauchen und nebelfeucht wischen. Boden vor Benutzung gut trocknen lassen. Außerdem:

  • niemals ammoniakhaltige Allzweckreiniger verwenden
  • stehendes Wasser oder andere Flüssigkeiten möglichst sofort wieder aufnehmen
  • nur Tücher aus Baumwolle oder speziell für Parkett geeignete Mikrofasertücher verwenden (normale Mikrofasern greifen die Pflegeschicht an – speziell bei geölten Böden)
  • keine Dampfreiniger verwenden

Lackierte (versiegelte) Oberflächen: Feuchtwischen mit einem nicht scheuernden, neutralen Reinigungsmittel. Es gibt außerdem abgestimmte Wischpflegemittel, die auch auf lackierten Böden zusätzliche Schutzschichten aufbauen können, um z. B. Kratzern vorzubeugen. Starke Verschmutzungen oder alte Pflegemittelschichten können mit entsprechenden Intensivreinigern und Maschinen entfernt werden.

Geölte Oberflächen: Feuchtreinigung je nach Beanspruchung und immer mit rückfettender Holzbodenseife im Wischwasser. Eine Ausnahme bilden unsere Massivdielen oder von uns bauseits eingeölte Böden – bei einer Parkettrenovierung etwa. Unser dabei verwendetes Öl muss nicht rückfettend gepflegt werden. Das bedeutet, Sie können auch andere Beläge, wie z. B. angrenzende Fliesen, mit derselben Reinigungslösung wischen.

Bei farbiger Ölung sollte pigmentierte Seife verwendet werden. Kratzer können mit den passenden Pflegeölen auspoliert werden. Ältere Oberflächen können auch mit speziellen Mitteln wieder durch einfaches Wischen aufgefrischt werden. Je nach Bedarf und Erscheinungsbild muss regelmäßig nachgeölt werden; mindestens aber alle 1-2 Jahre. Ob der Boden eine neue Öl-Kur nötig hat können Sie testen: lassen Sie einen Tropfen Wasser auf Ihr geöltes Parkett fallen. Bleibt dieser auf der Oberfläche liegen, ist mit der Pflege alles in Ordnung. Dringt der Tropfen sofort ins Holz ein, muss nachgeölt werden. Eine maschinelle Grundreinigung kann übrigens häufig eine Komplettrenovierung ersetzen. Mehr Details finden Sie auch hier oder bei Flecken im Holz hier.

¡Obacht! Ölgetränkte Tücher o.ä. könne sich aufgrund der natürlichen Eigenschaften von trocknenden Pflanzenölen selbst entzünden. Daher ölgetränkte Tücher o.ä. in geschlossenen Metallgefäßen/Wassereimern aufbewahren oder im Freien, auf nicht brennbarem Untergrund ausgebreitet trocknen lassen. Nach dem vollständigen Austrocknen können die Tücher mit dem normalen Hausmüll entsorgt werden.

elastische

Bodenbeläge

(Linoleum, Vinyl etc.)

  • Regelmäßiges (täglich bis wöchentlich – je nach Verschmutzung) Entfernen von lose aufliegendem Schmutz und Staub durch Kehren oder Feuchtwischen.
  • Anhaftenden Schmutz mit Mopp oder Automaten und neutralem Reinigungsmittel nassreinigen. Es empfiehlt sich wieder das 2-Eimer-System. Mit dem ersten Eimer wird das Wasser mit Reiniger auf dem Boden verteilt. Danach – evtl. mit zweitem Mopp – den gelösten Schmutz mit dem Wischwasser aufgenommen und im zweiten Eimer ausgepresst. Maschinelle Reinigung mit rotem Pad oder einer entsprechenden Bürste.
  • Falls die laufende Unterhaltsreinigung nicht mehr zum gewünschten Ergebnis führt, ist eine maschinelle Reinigung mit neutralem Reinigungsmittel, Alkoholreiniger, Wischpflegemittel oder einem Automaten-Reiniger mit maximal rotem Pad durchzuführen.
  • Grundreinigung je nach Verschmutzung ca. 1x jährlich oder wenn die vorigen Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Bei einer Grundreinigung werden bestehende Pflegemittelaufschichtungen und Schmutz maschinell entfernt. Der Bodenbelag muss anschließend wieder eingepflegt oder versiegelt werden.

textile Bodenbeläge

Regelmäßige (täglich bis wöchentlich – je nach Verschmutzung) Reinigung durch Staubsauger…

mit rotierender Bürste bei

  • Synthetikfaserteppichen mit normaler Florhöhe, Nadelfilzteppichböden

mit glatter Bodendüse bei

  • Hochflorteppichen
  • Teppichböden aus Wolle oder Naturfasern wie Kokos, Sisal, Jute

Fleckentfernung bei Bedarf mit Spezialreiniger aus dem Fachhandel

Tiefenreinigung je nach Anschmutzung 1x jährlich mit Sprühextraktionssauger

Parkett-ölen-polieren-klein

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